Bauschaden-Atlas Lichtenfels
Welche Bauschäden auftreten, hängt in Lichtenfels stark vom Stadtteil ab. Der Grund ist die Bauepoche. Ein Gründerzeit-Altbau versagt an anderen Stellen als eine Siedlung der 1970er Jahre oder ein Neubaugebiet der 1990er. Dieser Atlas fasst zusammen, welche Bausubstanz in welchem Stadtteil von Lichtenfels dominiert und welche Schäden dort typischerweise auftreten.
Die Angaben dürfen mit Quellenangabe zitiert werden. Stand: Juli 2026.
Bauepochen und Schäden in Lichtenfels im Überblick
| Stadtteil | Bauepoche | Bausubstanz | Häufigster Schaden |
|---|---|---|---|
| Innenstadt (Altstadt) | Mittelalter bis Gründerzeit (15. bis 19. Jahrhundert) | Historischer Kern mit Resten der Stadtbefestigung und zwei erhaltenen Toren, barockem Rathaus und Bürgerhäusern aus Sandstein und verputztem Fachwerk. An den Ausfallstraßen Gründerzeitbauten, dazu ehemalige Werkstatt- und Lagergebäude der Korbmacherei mit großen Trockenböden. | Aufsteigende Feuchtigkeit im Sockelmauerwerk der Bürgerhäuser ohne wirksame Horizontalsperre |
| Schney | Barockes Schloss und Dorfkern, Wohnbebauung der Nachkriegszeit | Größter Stadtteil nördlich der Kernstadt mit barockem Schloss Schney, gewachsenem Ortskern aus Sandstein- und Fachwerkhäusern und ausgedehnten Wohngebieten der 1950er bis 1980er Jahre. Bahnstrecke und Mainnähe prägen die Lage. | Feuchte Keller durch hohen Grundwasserstand und Hochwasserlagen des Mains |
| Seubelsdorf | Dorfkern des 19. Jahrhunderts, Wohnbebauung ab den 1960er Jahren | Stadtteil südwestlich der Kernstadt unmittelbar in der Mainaue. Ehemalige Hofstellen und Wohnhäuser im Ortskern, daran anschließend Einfamilienhäuser der Nachkriegsjahrzehnte mit unterkellerten Massivbauten. | Drückendes Grund- und Hochwasser aus der Mainaue gegen Kellerwände und Bodenplatten |
| Oberwallenstadt | 1950er bis 1970er Jahre, älterer Ortskern | Bereits 1959 eingemeindeter Stadtteil nordöstlich der Kernstadt. Kleiner Ortskern, überwiegend aber Wohnbebauung der Nachkriegszeit in Massivbauweise mit Stahlbetondecken, Satteldächern und angebauten Garagen. | Wärmebrücken an ungedämmten Außenwänden, Deckenrändern und Betonstürzen der Nachkriegshäuser |
| Mistelfeld | 18. und 19. Jahrhundert im Ortskern, Neubaugebiete ab den 1980er Jahren | 1974 eingemeindetes Dorf auf der Hochfläche südöstlich der Stadt. Hofstellen aus Sandstein und Fachwerk mit Scheunen und Stallgebäuden, ringsum jüngere Wohngebiete. | Schwellenfäule und Gefachrisse am Fachwerk der Hofstellen |
| Reundorf | Dorfkern des 19. Jahrhunderts, Wohnbebauung ab den 1970er Jahren | Stadtteil westlich der Kernstadt am Hang über dem Maintal. Gewachsener Dorfkern mit Sandsteinbauten, dazu Einfamilienhäuser in Hanglage mit Stützmauern, Terrassen und teilweise erdberührten Wohnräumen. | Hang- und Schichtenwasser gegen erdberührte Wände, weil eine Ringdrainage fehlt |
| Klosterlangheim | Barocke Klosteranlage (17. und 18. Jahrhundert), dörfliche Bebauung | Stadtteil um das ehemalige Zisterzienserkloster Langheim mit barocken Klostergebäuden, massiven Sandsteinmauern, großen Wirtschaftsgebäuden und weiten Dachtragwerken. Ringsum dörfliche Wohnbebauung. | Aufsteigende Feuchtigkeit und Salzbelastung in den massiven Sandsteinmauern der Klosterbauten |
Die Stadtteile im Einzelnen
Welche Bauschäden sind in Innenstadt (Altstadt) typisch?
In Innenstadt (Altstadt) dominiert Historischer Kern mit Resten der Stadtbefestigung und zwei erhaltenen Toren, barockem Rathaus und Bürgerhäusern aus Sandstein und verputztem Fachwerk. An den Ausfallstraßen Gründerzeitbauten, dazu ehemalige Werkstatt- und Lagergebäude der Korbmacherei mit großen Trockenböden. aus der Zeit Mittelalter bis Gründerzeit (15. bis 19. Jahrhundert). Der häufigste Schaden ist aufsteigende Feuchtigkeit im Sockelmauerwerk der Bürgerhäuser ohne wirksame Horizontalsperre. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:
- Aufsteigende Feuchtigkeit im Sockelmauerwerk der Bürgerhäuser ohne wirksame Horizontalsperre
- Absanden und Frostabplatzungen am Sandstein von Toren, Gewänden und Fassaden
- Durchbiegung und Schädlingsbefall der Holzbalkendecken in den Altbauten
- Feuchteschäden in ehemaligen Werkstatt- und Lagergebäuden nach der Umnutzung zu Wohnraum
Postleitzahl 96215.
Welche Bauschäden sind in Schney typisch?
In Schney dominiert Größter Stadtteil nördlich der Kernstadt mit barockem Schloss Schney, gewachsenem Ortskern aus Sandstein- und Fachwerkhäusern und ausgedehnten Wohngebieten der 1950er bis 1980er Jahre. Bahnstrecke und Mainnähe prägen die Lage. aus der Zeit Barockes Schloss und Dorfkern, Wohnbebauung der Nachkriegszeit. Der häufigste Schaden ist feuchte Keller durch hohen Grundwasserstand und Hochwasserlagen des Mains. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:
- Feuchte Keller durch hohen Grundwasserstand und Hochwasserlagen des Mains
- Risse und Putzschäden an Anbauten der 1960er und 1970er Jahre mit unzureichender Fundamentierung
- Erschütterungsbedingte Rissbilder an Gebäuden entlang der Bahnstrecke
- Undichte, flach geneigte Dächer und schadhafte Anschlüsse an Erweiterungsbauten
Postleitzahl 96215.
Welche Bauschäden sind in Seubelsdorf typisch?
In Seubelsdorf dominiert Stadtteil südwestlich der Kernstadt unmittelbar in der Mainaue. Ehemalige Hofstellen und Wohnhäuser im Ortskern, daran anschließend Einfamilienhäuser der Nachkriegsjahrzehnte mit unterkellerten Massivbauten. aus der Zeit Dorfkern des 19. Jahrhunderts, Wohnbebauung ab den 1960er Jahren. Der häufigste Schaden ist drückendes Grund- und Hochwasser aus der Mainaue gegen Kellerwände und Bodenplatten. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:
- Drückendes Grund- und Hochwasser aus der Mainaue gegen Kellerwände und Bodenplatten
- Salzausblühungen und Putzabplatzungen an Innenwänden nach Durchfeuchtung
- Fehlende oder wirkungslose Vertikalabdichtung der Keller aus den 1960er Jahren
- Schimmel in Souterrain- und Erdgeschossräumen bei dauerhaft hoher Bodenfeuchte
Postleitzahl 96215.
Welche Bauschäden sind in Oberwallenstadt typisch?
In Oberwallenstadt dominiert Bereits 1959 eingemeindeter Stadtteil nordöstlich der Kernstadt. Kleiner Ortskern, überwiegend aber Wohnbebauung der Nachkriegszeit in Massivbauweise mit Stahlbetondecken, Satteldächern und angebauten Garagen. aus der Zeit 1950er bis 1970er Jahre, älterer Ortskern. Der häufigste Schaden ist wärmebrücken an ungedämmten Außenwänden, Deckenrändern und Betonstürzen der Nachkriegshäuser. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:
- Wärmebrücken an ungedämmten Außenwänden, Deckenrändern und Betonstürzen der Nachkriegshäuser
- Versprödete Bitumenabdichtung der Kelleraußenwände mit feuchten Kellerräumen
- Asbesthaltige Bauteile wie Faserzementplatten an Fassaden und Bodenbeläge in Innenräumen
- Setzungsrisse an nachträglich angebauten Garagen, Anbauten und Wintergärten
Postleitzahl 96215.
Welche Bauschäden sind in Mistelfeld typisch?
In Mistelfeld dominiert 1974 eingemeindetes Dorf auf der Hochfläche südöstlich der Stadt. Hofstellen aus Sandstein und Fachwerk mit Scheunen und Stallgebäuden, ringsum jüngere Wohngebiete. aus der Zeit 18. und 19. Jahrhundert im Ortskern, Neubaugebiete ab den 1980er Jahren. Der häufigste Schaden ist schwellenfäule und Gefachrisse am Fachwerk der Hofstellen. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:
- Schwellenfäule und Gefachrisse am Fachwerk der Hofstellen
- Feuchtestau im historischen Mauerwerk unter Zementputz und dichten Anstrichen
- Holzschädlingsbefall in Scheunentragwerken und Dachstühlen
- Rest- und Baufeuchte unter Estrichen in den jüngeren Wohngebieten
Postleitzahl 96215.
Welche Bauschäden sind in Reundorf typisch?
In Reundorf dominiert Stadtteil westlich der Kernstadt am Hang über dem Maintal. Gewachsener Dorfkern mit Sandsteinbauten, dazu Einfamilienhäuser in Hanglage mit Stützmauern, Terrassen und teilweise erdberührten Wohnräumen. aus der Zeit Dorfkern des 19. Jahrhunderts, Wohnbebauung ab den 1970er Jahren. Der häufigste Schaden ist hang- und Schichtenwasser gegen erdberührte Wände, weil eine Ringdrainage fehlt. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:
- Hang- und Schichtenwasser gegen erdberührte Wände, weil eine Ringdrainage fehlt
- Risse und Verkippungen an Stützmauern und Böschungssicherungen
- Algenbewuchs, Risse und Hohlstellen an Wärmedämmverbundsystemen der jüngeren Häuser
- Schimmel an Fensterlaibungen nach Fenstertausch ohne begleitendes Lüftungskonzept
Postleitzahl 96215.
Welche Bauschäden sind in Klosterlangheim typisch?
In Klosterlangheim dominiert Stadtteil um das ehemalige Zisterzienserkloster Langheim mit barocken Klostergebäuden, massiven Sandsteinmauern, großen Wirtschaftsgebäuden und weiten Dachtragwerken. Ringsum dörfliche Wohnbebauung. aus der Zeit Barocke Klosteranlage (17. und 18. Jahrhundert), dörfliche Bebauung. Der häufigste Schaden ist aufsteigende Feuchtigkeit und Salzbelastung in den massiven Sandsteinmauern der Klosterbauten. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:
- Aufsteigende Feuchtigkeit und Salzbelastung in den massiven Sandsteinmauern der Klosterbauten
- Fäulnis und Insektenbefall in den weit gespannten historischen Dachtragwerken
- Feuchtigkeit und Schimmel in Gewölbekellern und ungenutzten Wirtschaftsgebäuden
- Ausführungsmängel bei der Umnutzung historischer Wirtschaftsgebäude zu Wohn- und Veranstaltungsräumen
Postleitzahl 96215.
Was die Bausubstanz von Lichtenfels prägt
- Korbmacherei als prägendes Gewerbe: Laut Wikipedia ist die Stadt als Deutsche Korbstadt bekannt. Aus dieser Zeit stammen Werkstatt- und Lagergebäude mit großen Trockenböden, die heute oft zu Wohnraum umgebaut werden.
- Lage im Obermaintal: In den Auelagen von Seubelsdorf, Schney und der Kernstadt bestimmen hohe Grundwasserstände und Hochwasserlagen des Mains die Kellerzustände.
- Historischer Kern mit Stadtbefestigung: Erhalten sind das Kronacher und das Bamberger Tor sowie Reste der Stadtmauer. Sandsteinmauerwerk und barocke Bauten wie das Rathaus von 1742 stehen unter Denkmalschutz.
- Ehemaliges Zisterzienserkloster Langheim: Große barocke Baukörper mit massiven Mauern und weit gespannten Dachtragwerken, die eine gesonderte Bewertung erfordern.
- 23 Stadtteile mit dörflicher Bausubstanz: Hofstellen aus Sandstein und Fachwerk mit Scheunen, häufige Umnutzung und Erweiterung der Altbauten.
Warum die Bauepoche über die Schäden entscheidet
Jede Bauepoche hat ihre Schwachstellen, und sie wiederholen sich. Fachwerk versagt an der Schwelle, Sandstein sandet ab, Gründerzeitbauten leiden an Holzbalkenköpfen und aufsteigender Feuchte, Nachkriegsbauten an Wärmebrücken und Flachdächern, Neubauten an Restfeuchte und zu dichter Gebäudehülle. Wer weiß, in welcher Epoche ein Haus gebaut wurde, weiß, wo er zuerst hinschauen muss.
Was eine Begutachtung kostet, steht im Ratgeber: Was kostet ein Bausachverständiger? Der Stundensatz liegt zwischen 90 und 180 Euro, die Gesamtkosten beginnen bei 750 Euro und richten sich nach Objekt und Umfang.
